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 PRESSEINFORMATION
Wien, 17.5. 2010
STARTSCHUSS FÜR KLINISCHE FORSCHUNGSSTUDIE BEI SPINALER MUSKELATROPHIE
Nach einer langen und intensiven Vorbereitungs- und Testphase konnte offiziell mit dem „Galileo-Training“ begonnen werden.
Seit ein paar Wochen kommen zweimal pro Woche Kinder mit Spinaler Muskelatrophie (SMA) im Alter zwischen 4 und 15 Jahren in die Muskelambulanz des G. v. Preyer´schen Kinderspitals, um dort unter ärztlicher und therapeutischer Aufsicht ihre Trainingseinheiten auf dem Galileo Trainer zu absolvieren.
In der ORF-Sendung "Frühlingszeit" wurde am 14.05.2010 ein Beitrag über diese Forschungsstudie gebracht.
Unter diesem link ist der Bericht zu sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=0J8ho7CBxcI
Spinale Muskelatrophie
SMA ist zweithäufigste (1:10.000) vererbte neuromuskuläre Erkrankung im Kindesalter und geht mit Muskelschwund einher, der durch einen fortschreitenden Rückgang von motorischen Nervenzellen im Rückenmark entsteht. Dieser Rückgang bedeutet, dass motorische „Befehle“ vom Gehirn nicht an die Muskeln weitergeleitet werden können. Die Folgen sind ein zunehmender Verlust an Muskelmasse, Muskelkraft und -spannung mit daraus resultierender Lähmung.
Je nach individueller Ausprägung der Erkrankung kommt es zu einem Stopp der Bewegungsentwicklung bereits im Säuglingsalter (Heben des Kopfes, Umdrehen am Boden, Kriechen, Sitzen) oder auch etwas später. Weiters muss man mit einem ständigen Fortschreiten der Symptome und somit dem Verlust der bereits eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten rechnen, sodass für die Patienten mit Erreichen der Pubertät keine selbständige Fortbewegung, kein aktiver Lagewechsel und häufig auch kein gezieltes Greifen mehr möglich sind.
„Für SMA gibt es bis heute keine ursächliche Therapie“ erklärt Prim. Univ. Doz. Dr. Günther Bernert, Studienleiter und Präsident der Österreichischen Muskelforschung. „Die Behandlung beschränkt sich bisher auf symptomatische Maßnahmen, mit denen die Bewegungsfähigkeit stabilisiert, der Prozess zunehmenden Kraftverlusts verlangsamt und den Folgen der Bewegungseinschränkungen - wie Knochenbrüche selbst bei minimaler Belastung wie dem Heben aus dem Rollstuhl - entgegen gewirkt werden soll.“
Galileo-Trainer
Das Gerät wurde ursprünglich für den sportlichen Trainingsbereich entwickelt, hat aber mittlerweile auch bei verschiedenen Krankheitsbildern wie Osteoporose wissenschaftlich nachweisbare positive Effekte gezeigt.
Der Galileo-Trainer besteht aus einer kleinen vibrierenden Plattform, die mit einem Kipptisch kombiniert ist. Die Kinder werden zunächst auf den Kipptisch gelegt und langsam, soweit es ihre Muskulatur erlaubt, aufgerichtet. Durch Wippbewegungen an den Füßen wird ein Vibrationseffekt am ganzen Körper bewirkt: durch die schnelle Dehnung der Muskeln wird ein so genannter Dehnreflex ausgelöst, der eine Aktivierung der Muskulatur nach sich zieht. „Nach Abschluss der 6-monatigen Trainingsphase wollen wir anhand dieser Studie nicht bloß eine verbesserte Muskelkraft nachweisen. Durch ein regelmäßiges Muskeltraining versprechen wir uns überdies eine Verbesserung der Knochenstruktur, womit das Risiko für Knochenbrüche reduziert werden kann. Außerdem soll durch die Muskeldehnung auch Muskelkontrakturen und Gelenkfehlstellungen oder Einsteifungen entgegen gewirkt werden“ zeigt sich Prim. Bernert über die erwarteten positiven Wirkungen der Studie zuversichtlich.
Mehr Lebensqualität
Muskelerkrankungen gelten nach wie vor als unheilbar. Dennoch konnte die Forschung in den vergangenen Jahren eine Reihe von Erfolgen verbuchen:
Im Rahmen internationaler Therapiestudien ist es gelungen, die durchschnittliche Lebenserwartung bei vielen Muskelerkrankungen zu verlängern und die Lebensqualität betroffener Menschen entscheidend zu verbessern. Mit der nun angelaufenen Studie wird auch die Österreichische Muskelforschung einen Beitrag dazu leisten.
Rückfragenhinweis:
Mag. Edda Cosentini, Management und Kommunikation
Tel: +43650 41 77 801, cosentini@muskelforschung.at
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